DHL
Als die Deutsche Post und DHL ein Unternehmen wurden, war das Risiko sofort allen klar: DaimlerChrysler, ein ähnliches Vorhaben, scheiterte gerade sehr öffentlich, aus Gründen, die alle benennen konnten und niemand in den Griff zu bekommen schien. Eine ehemalige Staatspost und ein Expresslogistiker haben nun mal eine unterschiedliche Vorstellung von Logistik: die eine denkt in Netzen, die überall robust funktionieren müssen, ob profitabel oder nicht. Der andere denkt in Lagerhauskapazitäten, Stunden und Margen. Setzt man beide in ein Gebäude, wird jede Workflow-Entscheidung zu einer Kulturentscheidung im Prozesskostüm, und das aufzulösen, war eines unserer frühesten Projekte. Wir haben zwar nicht die Empfehlungen geschrieben, aber die fundamentalen Dynamiken sichtbar gemacht, auf denen die Empfehlungen dann beruhten. Wir haben dafür gekämpft, dass beide Kulturen bestehen bleiben können, um für den neu entstehenden Konzern ihre Leistungsfähigkeit zu bewahren. Wir haben den Teams etwas gegeben, womit sich alle identifizieren konnten, womit sie Gemeinsamkeiten ausbilden konnten: eine globale Kampagne neuer, gemeinsamer Erfahrungen. Das Herzstück war ein Unternehmensfilm, „Just in Time“: das älteste Versprechen der Branche als Titel, eine echte Produktion mit Regisseur, Schauspielern und Hollywood-Soundtrack. Die Teams fanden durch ihn zueinander. Die New York Festivals gaben ihm sowohl die Goldmedaille als auch den Publikumspreis. Diese Fusion hielt. Die andere nicht.